Ebookreaders

Ebookreader sind der neue Trend am Lese- und Literaturmarkt. Darunter versteht man sogenannte “Handhelds” (Überbegriff für elektronische, meist batteriebetriebene Geräte, die man mit einer Hand halten und meist mit der anderen bedient), die vorrangig dazu dienen, Produkte des Literaturbetriebes (Bücher, zum Teil sind auch Zeitungen oder Zeitschriften geplant) zu lesen. Am Bekanntesten sind der Sony PR 505 und der Amazon Kindle.

Die Vorteile der Ebookreader sind vor Allem die, dass man sich Bücher und Zeitschriften oder Zeitungen laden kann und unterwegs lesen kann, und zwar meist deutlich unter dem Ladenpreis der Papiervariante. Ganz sicher der größte Vorteil ist das Gewicht pro Buchstabeneinheit; wer schon mal einen Umzug mit Bücherkisten gemacht hat oder sich noch an seine Schulzeit erinnert, dem wird sehr schnell klar, wie schwer Papier eigentlich ist.

Nein, schön sind die Geräte nicht wirklich und im Bereich der Emotionalität schlagen die Bücher mit der ihr eigenen Welt (Stichworte: Geruch und Haptik). Sie erinnern auch sehr an die klobigen Plastikmonster, das Paketpostüberbringer ihren Kunden entgegenstrecken: “Hier bitte unterschreiben”.
Der Kindle zum Beispiel hat ein eingebautes Mobilfunkmodul, mit dem man auch große Datenpakete herunterladen kann und das man, falls man im Flugzeug lesen will, mühelos mit einer Taste ganz schnell ausschalten. Der Kindle verfügt auch über ein eingebautes Lexikon, in dem man unbekannte Wörter nachschlagen kann und Dank der Internet-Verbindung sogar Emails abrufen oder bei Amazon nach neuem Lesestoff suchen, oder man kann ihn sogar so einstellen, dass er sich die neuesten Zeitungen und Magazine aus dem Netz holt. Die Internetfähigkeit wird um die Tastatur erweitert, auch kann man damit Notizen eingeben.
Das Gerät von Sony indes spiegelt die Unausgereiftheit solcher sinnvoller Geräteinnovationen, denn er hat kein Mobilfunkmodul, es muss im Vergleich doch eher umständlich über den PC mit Ebooks gefüttert werden und ohne zusätzliche Programme funktioniert es auch nur mit Microsoft Windows. Dafür aber zeigt Sony seine Erfahrung im Endgerätedesign, der Sony Ebookreader ist deutlich schicker gestaltet und der Sony bietet die Gelegenheit, die E-Books der Projekt Gutenberg zu lesen und es unterstützt die Formate PDF, wie das epub.

Sehr wichtig ist sicher die Lesequalität und die ist bei beiden sehr gut, auch weil sich beide für den selben Zulieferer entschieden haben. Die Zeitungsseite wirkt wie Papier, nur nicht ganz so weiß, durch die Tatsache, dass der Bildschirm nicht hintergrundbeleuchtet ist (Stichwort: Haltbarkeit der Batterie), schont es die Augen und man kann bei normalem Licht lesen und auch in der Sonne sehr gut lesbar. Nur im Dunkeln funktioniert es leider nicht, aber von Lesen im Dunkeln wird von Augenärzten sowieso seit Erfindung des Buches abgeraten.

Insbesondere Menschen mit einer schlechten Gelddisziplin sollten von Ebookreader die Finger lassen, sie verleiten doch sehr dazu, sich noch eine Zeitung oder Zeitschrift oder gar ein Buch runterzuladen, die man hinterher doch nicht liest, weil man sich bezüglich seiner Freizeitmenge maßlos überschätzt hat, zumal gerade der Amazon Kindle noch dazu recht teuer ist, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt.

Insbesondere die Verfügbarkeit von Ebooks in englischer Sprache ist derzeit hoch, beim Kindle liegen die Zahlen zwischen 17.000 und einem Subset (also einem Bruchteil) der 230.000 verfügbaren Amazon-Bücher; je nach Verkaufszahlen und Zielvariablen der Marketingebenen kann hierbei sehr schnell gehandelt werden, es ist jedoch kaum davon auszugehen, dass die 100-Prozentigkeit je erreicht wird. Wobei andere Stimmen das genaue Gegenteil annehmen, nämlich dass gerade Kleinauflagen von unbekannteren Schreibern zukünftig durch das Ebookreading eine Chance erhalten, die sie im traditionellen Literaturbetrieb nie hatten. Und ganz sicher werden wir in den nächsten 5 bis 10 Jahren auch Bestseller erleben, die es zuerst nur auf Ebooks gab, die Querverweise zum Blogging sollen als Begründung reichen.

Konkurrenz werden beide Geräte durch neueste Handytechnologie bekommen, wenn die Displays der Handys, zumindest bei einigen Modellen, größer werden. Dem Jahr 2009 wird hier eine Entscheidungsfunktion zugewiesen, denn die Felder, auf denen die Schlacht geschlagen wird, sind sehr vielfältig. Die Offenheit der Systeme ist sicher eines davon, die Kompatibilität und die Sicherheit, wie auch die Benutzungseinschräkungen (Stichwort: DRM) oder natürlich auch die Annotationsfunktionen (Kommentare hinzufügen) und die Leszeichenfähigkeit. Vor Allem ist denkbar, dass Zwitterwesen zwischen Handy, MP3-Player und Ebookreader auftauchen, die den reinen Lesegeräten Konkurrenz machen und billiger sind, leicht vorzustellen wäre ein solches Gerät vom Schwergewicht Nokia.