Atomkraftwerke Kernkraftwerke

Als Atom- oder Kernenergie bezeichnet man heutzutage hauptsächlich die Energie, die bei der Kernspaltung freigesetzt wird. Daraus kann dann elektrischer Strom gewonnen werden. Bereits seit kurz nach Ende des zweiten Weltkriegs sind auf der ganzen Erde Kernkraftwerke in Betrieb, in denen durch Spaltung von hauptsächlich Uran oder Plutonium in so genannten Reaktoren Kernenergie entsteht. Außer der Kernspaltung existiert noch eine zweite Form der Kernenergiegewinnung, die Kernfusion. Fusionsreaktoren sind allerdings bisher nicht über das Versuchs- und Forschungsstadium hinausgekommen.
Nachdem in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Kernspaltung entdeckt worden war, führte diese Erkenntnis zunächst zu Forschungen auf militärischem Gebiet. Die erste kontrollierte Kettenreaktion wurde im Manhattan-Projekt der US-Armee durchgeführt, die ersten Atomkraftwerke entstanden Mitte der fünfziger Jahre bei Moskau und in England.
Der erste deutsche Forschungsreaktor wurde 1957 in Betrieb genommen. Galt die Kernenergie zur Anfangszeit noch als sehr sicher, sauber und modern, formierte sich Mitte der siebziger Jahre die Anti-Atomkraft-Bewegung. Gestärkt durch die Unglücke in Harrisburg (1979) und vor allem Tschernobyl im Jahr 1986, forderte diese den Ausstieg aus der Atomenergie, da diese unkontrollierbare Risiken bergen würde. Kontorvers diskutiert wird weiterhin der Beschluss der damaligen rot-grünen Bundesregierung, bis zum Jahr 2020 komplett aus der kommerziellen Nutzung der Kernenergie auszusteigen.

Die Argumente der Kernkraftgegner sind dabei vor allem auf die Ausmaße einer möglichen Havarie in Deutschland und die Probleme bei der Endlagerung der benutzten Brennstäbe zurückzuführen. Beides verursache unkalkulierbare Gefahren. Atomkraftbefürworter betonen hingegen die Sicherheit, Umweltfreundlichkeit, insbesondere die niedrige CO2-Belastung und die niedrigen Kosten des Atomstroms. Besonders in die Kernfusion werden große Hoffnungen gesetzt, verursacht sie doch keine Radioaktivität und keinen Abfall bei gleichzeitig erhöhter Effizienz.
Der Anteil der Kernenergie an der Bruttostromerzeugung betrug 2006 mit 167,4 Milliarden Kilowattstunden 26,3 Prozent an der deutschen Gesamtleistung, mit 3,3 Prozent ist die Kernenergie allerdings weltweit abgeschlagen. Dies ist sicher auch darauf zurückzuführen, dass die Länder, die die Kernenergie ausgiebig nutzen, vor allem rohstoffarme Hochtechnologienationen sind.